Wieso ich nicht intuitiv esse

Immer mehr Damen aus der Fitness-Szene erzählen, dass sie nun intuitiv essen. Was sie dir nicht erzählen? Dass sie oft vorher jahrelang ihre Makros gezählt haben und sich extrem gut mit Ernährung auskennen. Sie können im Kopf gut abschätzen, was und wie viel sie essen sollten, um ihre Ziele zu erreichen.

Der Grundgedanke hinter Intuitive Eating

Falls du dich jetzt frägst, was dieses „Intuitive Eating“ sein soll, der Grundgedanke dahinter ist folgender: Sich weniger Stress bei der Ernährung zu machen.

An sich geht steht dabei also im Vordergrund, auf deinen Körper zu hören, auf das eigene Hungergefühl zu achten. Die Signale deines Körpers achtsam wahrzunehmen. Dabei werden also weder Kalorien noch Makronährstoffe gezählt oder Lebensmittel abgewogen.

An sich kann eine intuitive Ernährung super sein, wenn du schon Mal eine Weile deine Makronährstoffe gezählt hast, dich gut mit Ernährung auskennst, keine allzu spezifischen Ziele erreichen möchtest und weißt, was in Etwa du essen solltest.

Für Trainingseinsteiger nicht so leicht umzusetzen

Wenn man zu jemanden, der sich Null mit Ernährung auskennt sagt, ernähre dich nach Gefühl, wird es eher schwierig ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Selbst mit dem Ratschlag lediglich auf gesunde Lebensmittel zurückzugreifen, denn auch gesunde Lebensmittel können viele Kalorien enthalten. Insbesondere fettreiche Lebensmittel wie Nüsse, Öle oder Avocados. Ja, sie sind gesund und unser Körper benötigt essenzielle Fettsäuren z. B. für das Immunsystem und Hormonhaushalt – allerdings ist es eben auch sehr leicht zu viel davon zu essen.

Intuitiv essen ist nicht optimal um Ziele zu erreichen

Wenn du ein spezifisches Ziel erreichen möchtest, ist es nicht besonders zielführend dich intuitiv zu ernähren.  Du hast dadurch keinen Überblick über deine Kalorienmenge und Makros, die du dir nimmst. Beides ist allerdings wichtig für die Erreichung deiner Ziele.

Falls du beispielsweise abnehmen möchtest, ist es wichtig, dass du weniger Kalorien zu dir nimmst als du verbrauchst. Aber auch darauf achtest, dass du von allen Makronährstoffen ausreichend zu dir nimmst, da dein Körper sowohl ausreichend Protein, als auch Fette und Kohlenhydrate benötigt.

Beim Muskelaufbau ist es dagegen wichtig, dass du mehr isst, als du verbraucht – deine Kcal-Menge erhöhst, allerdings auch nicht zu sehr, damit du nicht unnötig viel zunimmst.

Du möchtest ein bestimmtes Ergebnis erreichen? Dann fange an deine Makros zu zählen. Selbst wenn auch nur für ein paar Wochen, damit du lernst wie du essen solltest und wie sich die Lebensmittel zusammensetzen. Um ein Gefühl für Lebensmittel zu bekommen und zu lernen, wie beispielsweise die Kaloriendichte von Lebensmitteln ist.

Sobald du erst Mal raushast, was du in etwa essen solltest, musst du es nicht unbedingt beibehalten.

Wieso ich nicht intuitiv esse

Als ich angefangen habe Sport zu machen, habe ich keinerlei Kalorien und Makros gezählt, allerdings habe ich mich sehr clean ernährt und auf mein Hungergefühl geachtet und mich somit „Intuitiv ernährt“. Meinen Traumkörper habe ich damit allerdings nicht erreicht, da es mir sehr schwer fiel abzuschätzen, was und wie viel ich von welchem Lebensmittel essen sollte. Erst als ich angefangen habe meine Makronährstoffe zu zählen hat sich das geändert.

Mittlerweile zähle ich bereits seit über 4 Jahren meine Makros und weiß welchen Unterschied es macht, ob ich meine Makros zähle oder nicht. Ich selbst erreiche meine Ziele damit viel leichter und konnte dadurch große Veränderungen erzielen.

Wieso ich nach 4 Jahren immer noch meine Makros zähle?

Wieso ich eigentlich selbst nach 4 Jahren immer noch meine Makros zähle und nicht wie andere intuitiv esse? Weil ich dadurch meine Ziele besser und leichter erreiche. Für mich hat es sich bewährt, weil ich trotz jahrelanger Erfahrung Schwierigkeiten habe manche Lebensmittel einschätzen zu können und dann schnell Mal über meinem Bedarf liege. Besonders, wenn es Nahrungsmittel wie Erdnussmus oder andere leckere gesunde Snacks sind. An sich ist es nicht schlimm, wenn man Mal über seinem Kalorienbedarf liegt. Kommt das allerdings zu oft vor, nimmt man über kurz oder lang zu.

Generell neige ich dazu, zu viel zu essen, wenn ich meine Makros nicht tracke. Ich verliere dann leicht den Überblick und denke mir oft „ach das geht schon noch“. Vor kurzem habe ich mir eine längere Auszeit vom Tracken genommen und in wenigen Wochen fast 2kg zugenommen, weil ich mir zu oft etwas erlaubt habe.

Intuitive Eating ist eine Typ Sache

Es gibt Menschen, denen es leicht fällt sich intuitiv zu ernähren  – ich gehöre nicht dazu. Man könnte also sagen, dass es auch eine Typ Sache ist. Mir zum Beispiel gefällt es einen Überblick zu haben und zu wissen, dass ich gut in meinen Makros liege. Was es mir letztendlich auch leichter macht meine Ziele zu erreichen.

Ich kenne auch viele Sportler, die sich im Aufbau oder wenn sie gerade kein konkretes Ziel verfolgen zeitweise intuitiv ernähren. Ihre Makros zählen sie dann erst wieder, wenn sie z. B.  wieder etwas in Form kommen möchten.

Letztendlich muss jeder selbst rausfinden, was für ihn am besten funktioniert.

Zusammenfassung Intuitive Eating

  • Intuitive Eating kann für dich funktionieren, wenn du dich gut mit Ernährung auskennst und weißt, was du essen solltest, um deine Ziele zu erreichen
  • Du kennst dich noch nicht gut mir Ernährung aus? Zähle für ein paar Wochen deine Makronährstoffe, um zu lernen, wie sich Lebensmittel zusammensetzen
  • Finde selbst für dich raus, welche Ernährungsform für dich am besten funktioniert
  • Bei spezifischen Zielen ist es zielführender deine Makros zu zählen

 

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar, welche Ernährungsweise für dich am Besten funktioniert.

Comments

  1. Patrick says:

    Habe die letzten Monate immer mein Essen getrackt. Mittlerweile habe ich einen ganz guten Überblick, was wieviel kcal hat und probiere gerade das intuitive eating aus. Für mich funktioniert es bis jetzt, aber ich mache auch keine Diät 🙂

Ich freue mich auf deinen netten und hilfreichen Kommentar!